Aktuell


WOHD 2019

19. Mrz 2019

World Oral Health Day 2019 Heute ist World Oral Health Day! Zahnärzte und Dentalprofis fordern Menschen auf der ganzen Welt auf: Achten Sie auf Ihre Mundgesundheit, so schützen Sie Mund und Körper. www.worldoralhealthday.org


Auf Initiative der SSO Aargau: Ausländische Zahnärzte besser kontrollieren

19. Dez 2018
Autor: Andreas Stettler

In einem Beitrag der NZZ vom 18. Dezember nimmt u.a. der Präsident der Aargauer Zahnärztegesellschaft Stellung: «Ich hoffe, dass diese Massnahmen, die auf unsere Initiative zustande gekommen sind, als Signal für andere Kantone wirken», betont Amberg. Zudem stellt die SSO Aargau dem Kanton ihre Experten der Begutachtungskommission zur Verfügung. >> zum NZZ-Artikel


Die Schweiz, ein teures Pflaster für Zahnmedizin ?

18. Feb 2016
Autor: Dr. med. dent. Alexander Amberg, Oberentfelden

Es ist aus Patientensicht naheliegend, die Tarife mit dem Ausland zu vergleichen, beispielsweise mit dem Paradebeispiel Ungarn. Seit der Personenfreizügigkeit verlagern sich allerdings die Nachteile des Dentaltourismus in die Schweiz. Die ausländischen Zahnärzte praktizieren hier mit qualitativ unterschiedlichsten Ausbildungsniveaus. Sie arbeiten oft im Rotationsverfahren mit Anstellungsverhältnissen von  manchmal weniger als drei Monaten und behandeln viele Patienten in kurzer Zeit. Eine weiterführende Behandlung wird dann notgedrungen von einem anderen Zahnarzt durchgeführt. Dadurch sinkt automatisch die Qualität. Komplexe Zahntechnik wird häufig in China gefertigt, ohne dass der finanzielle Gewinn dem Patienten gutgeschrieben wird. Gleichzeitig wird die in der Schweiz hochgehaltene Deklarationspflicht vernachlässigt. Ob sich eine „Discountpraxis“ im In- oder Ausland befindet, spielt für den Patienten im Rechtsfall oft keine Rolle, weil der zuständige Zahnarzt meist nicht mehr auffindbar ist. Daher bedeutet billig nicht unbedingt kostengünstig.

Warum ist die Schweizer Zahnmedizin teurer?

Dass die Löhne und die Betriebskosten in der Schweiz höher sind, muss hier nicht weiter erläutert werden. Was zählt, ist die Ausbildung der Fachpersonen, vom Zahnarzt über die Dentalassistentin bis zur Dentalhygienikerin. Zahnärzte „ made in Switzerland“ haben eine hervorragende Aus- und Weiterbildung genossen. Das Grundstudium beinhaltet 4 Semester Human- und 6 Semester Zahnmedizin sowie einen Grundkurs in Zahntechnik. Die der Schweizerischen Zahnärztegesellschaft SSO angeschlossenen Mitglieder werden zu jährlich 80 Stunden Fortbildung verpflichtet. Auch müssen sie sich an die SSO Qualitäts- und Transparenzrichtlinien halten. In der Schweiz ausgebildete Zahnärzte garantieren eine hochstehende Behandlung nach den neusten zahnmedizinischen Standards. Sie sind zudem der Zahnerhaltung verpflichtet, denn vorbeugen ist besser als heilen. Eine Studie der deutschen Zahnärztekammer zeigt, dass die Prophylaxebehandlungen in der Schweiz sogar günstiger sind als in Deutschland.

Der Familienzahnarzt

Wichtig für eine längerfristig gute Behandlung ist das Vertrauensverhältnis zwischen Patient und Zahnarzt. Der “Familienzahnarzt“ kennt seine Patienten, ihre Gewohnheiten und ihr Gesundheitszustand vielleicht schon seit Jahren. Im gemeinsamen Gespräch finden sich so individuelle Lösungen. Allenfalls können gewisse Befunde beobachtet und zu einem späteren Zeitpunkt behandelt werden. Solche Massnahmen können auch zur finanziellen Entlastung beitragen. Machen Sie sich Ihren Zahnarzt zum Partner!

 

Autor: Dr. med. dent. Alexander Amberg, Oberentfelden; Vorstandsmitglied SSO Aargau

 

 

1 Schweizerische Stiftung für Patientenschutz SPO / Newsletter 15.3.2013
2 SSO 29.6.2011
3 Bundeszahnärztekammer, Preisvergleich zahnärztlicher Leistung im europäischen Kontext, Köln 2015


Die Aargauer SSO-Zahnärzte raten: Kieferknacken

26. Jan 2016
Autor: Prof. Dr. med. dent. Kurt Jäger

Viele Menschen leiden an einem hörbaren Gelenkknacken im Kieferbereich. Das Essen kann nicht mehr genossen werden, es stört den Tischnachbarn und vor allem einen selbst.

Unter- und Oberkiefer sind durch ein sehr kompliziertes Gelenk miteinander verbunden. Die Unterkieferwalze fasst, zusammen mit einer Gelenkscheibe (Discus), in die Gelenkgrube am Schädel. In die dichte Kapsel des Gelenks führen Nerven, Gefässe, Sehnenfasern und Muskeln. Doch das ist nicht alles: Das linke und das rechte Gelenk, die auch unabhängig voneinander funktionieren würden, sind über den Unterkiefer miteinander verbunden. Das sorgt für Probleme!

Für das Gelenkknacken ist der Discus verantwortlich. Auf einer Seite mit elastischen Fasern am Schädel befestigt, ziehen diese den Discus beim Schliessen des Mundes passiv an seine Position zurück. Auf der anderen Seite hingegen ziehen Kaumuskeln die Gelenkscheibe beim Mundöffnen aktiv nach vorne. Ziehen nun diese Kaumuskeln links und rechts nicht synchron, kommt es zu falschen Bewegungsabläufen und damit zu einer Funktionsstörung. Auch erschlaffte elastische Rückzugsfasern können eine Ursache sein.

Der Funktionsstörung liegt meist eine Muskelverspannung (Muskelhypertonus) zugrunde, verursacht durch Stress, Zähneknirschen im Schlaf oder Pressen. Ist der „Discusmuskel“ einmal verspannt und verkürzt, zieht er die Gelenkscheibe zu stark nach vorne, welche nun bei Kieferbewegungen auf das Gelenkköpfchen „hüpft“. Dieses Aufschnellen hört man als Knacken. Nach einer gewissen Zeit beginnt sich der Faserknorpel der Gelenkscheibe auszudehnen, wird dünner und länger und verliert seine ursprüngliche Form. Diese Veränderungen sind dauerhaft und heilen nicht mehr aus.

Es gibt aber noch weitere Ursachen für das Gelenkknacken: rheumatische Erkrankungen, generalisierte Arthritis oder Arthrosen, Unfallverletzungen des Kiefergelenks, Kieferfehlstellungen oder Entzündungsprozesse. Auch Fehlfunktionen des gesamten Skelettes können sich bis ins Kiefergelenk auswirken. Neben dem Knacken verspüren Patienten Bewegungsstörungen, Mundöffnungsstörungen, Schmerzen, Druck- und Krampfgefühle oder Ohrensausen (Tinnitus). Im Kanton Aargau wird vom Craniofacialen Zentrum der Klinik Hirslanden Aarau eine sogenannte „Kiefergelenksprechstunde“ angeboten.

Die Therapie beginnt mit einer gründlichen Untersuchung durch den Fach(zahn)arzt und ist diagnoseabhängig. Mit Physiotherapie, Entspannungstechniken und einer speziellen Zahnschiene versucht man den Muskelhypertonus zu reduzieren bzw. das Gelenk zu entlasten. Bildgebende Röntgenverfahren (MRI, CT) halten den Zerstörungsgrad des Gelenkes fest. Nützen konservative Massnahmen nichts und bestehen weiterhin starke Beschwerden, muss das beschädigte Kiefergelenk operativ behandelt werden. Mit Ausnahme der Zahnschiene werden die Kosten der Behandlung durch die Krankenkassen rückvergütet.


Die Aargauer SSO-Zahnärzte raten: Das Zahnen

25. Jan 2016
Autor: Dr. med. dent. Marc Bäumler, Wohlen

Häufige Fragen und Wissenswertes zum Zahnen

Wie erkenne ich, dass das Zahnen bei meinem Kind beginnt?
Gerötete Wangen, vermehrter Speichelfluss, wundes und geschwollenes Zahnfleisch sowie schlechter Schlaf, verminderter Appetit und erhöhte Unruhe sind die typischen Anzeichen für den Durchbruch eines neuen Zahnes. Normalerweise geht das Zahnen nicht mit Fieber einher.

Wann beginnt das Zahnen?
Meistens brechen die unteren, zentralen Schneidezähne im Alter von 4 bis 6 Monaten durch die Schleimhaut. Falls das Kind mit 9 Monaten noch keinen Milchzahn im Mund hat, ist das kein Grund zur Sorge. Der Zeitpunkt des ersten Zahnes hat nichts mit dem Gesundheitszustand oder der Entwicklung des Kindes zu tun.

Gibt es eine Reihenfolge?

Zuerst kommen die unteren, dann die oberen zentralen Schneidezähne. Danach folgen die seitlichen Schneidezähne und anschliessend die ersten Milchbackenzähne, welche meistens nach dem ersten Geburtstag durchbrechen. Zum Schluss kommen die Eckzähne und die zweiten Milchbackenzähne.

Wann ist das Zahnen abgeschlossen?
Im Alter von ca. 2 ½ Jahren brechen die letzten Milchbackenzähne durch (der 5. Zahn von der Mitte her). Bis zum 6. Geburtstag werden physiologisch bedingt weder Milchzähne ausfallen, noch bleibende Zähne kommen.

Was muss ich tun, wenn ein Milchzahn trotzdem zu früh ausfällt?

Ein Besuch beim Zahnarzt wird zeigen, ob man den Platz zum Beispiel mit einem Lückenhalter verteidigen oder nichts machen muss.

Wieviele Milchzähne hat ein Kind?
Fünf pro Seite und Kiefer, total also 20.

Gibt es Kinder, die nicht alle Milchzähne haben?

Das Fehlen von Milchzähnen ist sehr selten (unter 1 %). Weit häufiger kommt das bei bleibenden Zähne vor.

Verursacht das Zahnen Schmerzen?
Beim Durchbruch der Milchzähne durch das Zahnfleisch kann es zu Schmerzen kommen. Der erste Milchbackenzahn ist meistens der Schmerzhafteste.

Wie kann ich meinem Kind helfen?

Es hilft, das Kind abzulenken, ihm viel Liebe zu geben. Auch harte, kühle Gegenstände zum Draufbeissen, z.B. ein Beissring oder Obst aus dem Kühlschrank, lindern das Zahnen, aber auch ungesüsste Zahnungsgels. Oft helfen auch homöopathische Zäpfchen, z.B. Vibrucol.

Kann die Mutter vom Kind beim Stillen gebissen werden?
Mütter müssen keine Angst haben, dass ihr Baby sie beisst. Mit den unteren Schneidezähnen kann das Baby ohnehin nicht beissen, weil seine Zunge darüber liegt und der Gegenbiss anfänglich noch fehlt.

Wann sollte man mit dem Zähneputzen beginnen?
Sobald der erste Zahn kommt, sollte man mit dem Putzen beginnen, mindestens einmal pro Tag. Anfänglich mit einem sauberen Lappen, später mit der Kinderzahnbürste und wenig Kinderzahnpasta. Das Kind kann dabei zusehen sowie das Ausspülen und Ausspucken lernen.

Bis wann sollte ich dem Kind die Zähne putzen?
Man sollte dem Kind einmal täglich beim Zähneputzen helfen, bis es mindestens 8-jährig ist (am besten am Abend).

Wann ist der erste Zahnarztbesuch sinnvoll?

Mit ca. 18 Monaten wird die erste Untersuchung empfohlen.

Und der erste Besuch beim Kieferorthopäden?
Grundsätzlich wird der Zahnarzt darauf hinweisen. Über den richtigen Zeitpunkt existieren diverse Lehrmeinungen. Einerseits sollte man möglichst kurz behandeln, anderseits kann man mit spielerischen Muskelübungen oder einfachen Massnahmen (Vorhofplatte und Funktionsregler) Fehlentwicklungen entgegenwirken. Im Idealfall werden spätere Behandlungen überflüssig oder deren Umfang reduziert. Meine Behandlungsphilosophie lautet: Möglichst kurz und effektiv behandeln, da Kinder nicht nur Zähne, sondern auch eine Psyche haben.

Wie erkenne ich eine Karies bei den Milchzähnen?
Dunkle Verfärbungen deuten auf Karies hin. Wenn das über Zahnschmerzen klagt, ist die Karies bereits sehr weit fortgeschritten.

Muss ich meinem Kind Fluoridtabletten geben?
Seit 1980 haben wir in der Schweiz fluoridiertes Kochsalz, das erübrigt die Tabletten.