Aktuell


SSO-Zahnbürste

2. Mrz 2018

Neu im Shop: SSO-Zahnbürsten Das neue Give-away der SSO sensibilisiert Patientinnen und Patienten für die Prophylaxe und steigert die Bekanntheit der SSO. SSO-Mitglieder erhalten die Trisa-Zahnbürste Pro Interdental mit dem SSO-Logo zum Sonderpreis. Eine Packung mit 60 Stück erhalten Sie für 60 Franken. » zum SSO-Shop


Gutachten Oggier

24. Feb 2018

Gezielte Unterstützung statt obligatorische Zahnversicherung Am 4. März 2018 stimmt die Waadtländer Bevölkerung über die Einführung einer kantonalen Zahnversicherung ab. Statt des millionenschweren Totalumbaus wäre es effizienter, die bestehenden Unterstützungsleistungen bekannter zu machen und gezielter auf die Bedürftigen auszurichten. Dies hält ein Gutachten des Gesundheitsökonomen Willy Oggier fest. » Medienmitteilung SSO


Gegenkampagne lanciert

19. Jan 2018

Nein zu einer obligatorischen Zahnversicherung in der Waadt Am 17. Januar hat das Komitee «Nein zu einer obligatorischen Zahnversicherung in der Waadt» (Non à une assurance dentaire obligatoire vaudoise) an einer Pressekonferenz seine Argumente präsentiert. » Zur Website der Gegenkampagne


Die Schweiz, ein teures Pflaster für Zahnmedizin ?

18. Feb 2016
Autor: Dr. med. dent. Alexander Amberg, Oberentfelden

Es ist aus Patientensicht naheliegend, die Tarife mit dem Ausland zu vergleichen, beispielsweise mit dem Paradebeispiel Ungarn. Seit der Personenfreizügigkeit verlagern sich allerdings die Nachteile des Dentaltourismus in die Schweiz. Die ausländischen Zahnärzte praktizieren hier mit qualitativ unterschiedlichsten Ausbildungsniveaus. Sie arbeiten oft im Rotationsverfahren mit Anstellungsverhältnissen von  manchmal weniger als drei Monaten und behandeln viele Patienten in kurzer Zeit. Eine weiterführende Behandlung wird dann notgedrungen von einem anderen Zahnarzt durchgeführt. Dadurch sinkt automatisch die Qualität1. Komplexe Zahntechnik wird häufig in China gefertigt, ohne dass der finanzielle Gewinn dem Patienten gutgeschrieben wird1. Gleichzeitig wird die in der Schweiz hochgehaltene Deklarationspflicht vernachlässigt1. Ob sich eine „Discountpraxis“ im In- oder Ausland befindet, spielt für den Patienten im Rechtsfall oft keine Rolle, weil der zuständige Zahnarzt meist nicht mehr auffindbar2 ist. Daher bedeutet billig nicht unbedingt kostengünstig.

Warum ist die Schweizer Zahnmedizin teurer?

Dass die Löhne und die Betriebskosten in der Schweiz höher sind, muss hier nicht weiter erläutert werden. Was zählt, ist die Ausbildung der Fachpersonen, vom Zahnarzt über die Dentalassistentin bis zur Dentalhygienikerin. Zahnärzte „ made in Switzerland“ haben eine hervorragende Aus- und Weiterbildung genossen. Das Grundstudium beinhaltet 4 Semester Human- und 6 Semester Zahnmedizin sowie einen Grundkurs in Zahntechnik. Die der Schweizerischen Zahnärztegesellschaft SSO angeschlossenen Mitglieder werden zu jährlich 80 Stunden Fortbildung verpflichtet. Auch müssen sie sich an die SSO Qualitäts- und Transparenzrichtlinien halten. In der Schweiz ausgebildete Zahnärzte garantieren eine hochstehende Behandlung nach den neusten zahnmedizinischen Standards. Sie sind zudem der Zahnerhaltung verpflichtet, denn vorbeugen ist besser als heilen. Eine Studie der deutschen Zahnärztekammer zeigt, dass die Prophylaxebehandlungen in der Schweiz sogar günstiger sind als in Deutschland.

Der Familienzahnarzt

Wichtig für eine längerfristig gute Behandlung ist das Vertrauensverhältnis zwischen Patient und Zahnarzt. Der “Familienzahnarzt“ kennt seine Patienten, ihre Gewohnheiten und ihr Gesundheitszustand vielleicht schon seit Jahren. Im gemeinsamen Gespräch finden sich so individuelle Lösungen. Allenfalls können gewisse Befunde beobachtet und zu einem späteren Zeitpunkt behandelt werden. Solche Massnahmen können auch zur finanziellen Entlastung beitragen. Machen Sie sich Ihren Zahnarzt zum Partner!

 

Autor: Dr. med. dent. Alexander Amberg, Oberentfelden; Vorstandsmitglied SSO Aargau

 

 

1 Schweizerische Stiftung für Patientenschutz SPO / Newsletter 15.3.2013
2 SSO 29.6.2011
3 Bundeszahnärztekammer, Preisvergleich zahnärztlicher Leistung im europäischen Kontext, Köln 2015


Die Aargauer SSO-Zahnärzte raten: Kieferknacken

26. Jan 2016
Autor: Prof. Dr. med. dent. Kurt Jäger

Viele Menschen leiden an einem hörbaren Gelenkknacken im Kieferbereich. Das Essen kann nicht mehr genossen werden, es stört den Tischnachbarn und vor allem einen selbst.

Unter- und Oberkiefer sind durch ein sehr kompliziertes Gelenk miteinander verbunden. Die Unterkieferwalze fasst, zusammen mit einer Gelenkscheibe (Discus), in die Gelenkgrube am Schädel. In die dichte Kapsel des Gelenks führen Nerven, Gefässe, Sehnenfasern und Muskeln. Doch das ist nicht alles: Das linke und das rechte Gelenk, die auch unabhängig voneinander funktionieren würden, sind über den Unterkiefer miteinander verbunden. Das sorgt für Probleme!

Für das Gelenkknacken ist der Discus verantwortlich. Auf einer Seite mit elastischen Fasern am Schädel befestigt, ziehen diese den Discus beim Schliessen des Mundes passiv an seine Position zurück. Auf der anderen Seite hingegen ziehen Kaumuskeln die Gelenkscheibe beim Mundöffnen aktiv nach vorne. Ziehen nun diese Kaumuskeln links und rechts nicht synchron, kommt es zu falschen Bewegungsabläufen und damit zu einer Funktionsstörung. Auch erschlaffte elastische Rückzugsfasern können eine Ursache sein.

Der Funktionsstörung liegt meist eine Muskelverspannung (Muskelhypertonus) zugrunde, verursacht durch Stress, Zähneknirschen im Schlaf oder Pressen. Ist der „Discusmuskel“ einmal verspannt und verkürzt, zieht er die Gelenkscheibe zu stark nach vorne, welche nun bei Kieferbewegungen auf das Gelenkköpfchen „hüpft“. Dieses Aufschnellen hört man als Knacken. Nach einer gewissen Zeit beginnt sich der Faserknorpel der Gelenkscheibe auszudehnen, wird dünner und länger und verliert seine ursprüngliche Form. Diese Veränderungen sind dauerhaft und heilen nicht mehr aus.

Es gibt aber noch weitere Ursachen für das Gelenkknacken: rheumatische Erkrankungen, generalisierte Arthritis oder Arthrosen, Unfallverletzungen des Kiefergelenks, Kieferfehlstellungen oder Entzündungsprozesse. Auch Fehlfunktionen des gesamten Skelettes können sich bis ins Kiefergelenk auswirken. Neben dem Knacken verspüren Patienten Bewegungsstörungen, Mundöffnungsstörungen, Schmerzen, Druck- und Krampfgefühle oder Ohrensausen (Tinnitus). Im Kanton Aargau wird vom Craniofacialen Zentrum der Klinik Hirslanden Aarau eine sogenannte „Kiefergelenksprechstunde“ angeboten.

Die Therapie beginnt mit einer gründlichen Untersuchung durch den Fach(zahn)arzt und ist diagnoseabhängig. Mit Physiotherapie, Entspannungstechniken und einer speziellen Zahnschiene versucht man den Muskelhypertonus zu reduzieren bzw. das Gelenk zu entlasten. Bildgebende Röntgenverfahren (MRI, CT) halten den Zerstörungsgrad des Gelenkes fest. Nützen konservative Massnahmen nichts und bestehen weiterhin starke Beschwerden, muss das beschädigte Kiefergelenk operativ behandelt werden. Mit Ausnahme der Zahnschiene werden die Kosten der Behandlung durch die Krankenkassen rückvergütet.